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Drehbuchentwurf ausmisten (5), Den

veröffentlicht am 17.10.2005

Doch genug von den Textungetümen. Viel fieser sind nämlich

Handlungslücken.

Einige Lücken scheinen keine zu sein. Bei anderen wunderst du dich, wie du sie übersehen konntest. Ein oder zwei sind (im schlimmsten Fall) so gravierend, dass die Geschichte selbst nicht mehr funktioniert.

Für Handlungslücken gilt: Überprüfe stets, ob sie UMKEHRBAR sind bzw. nur UNVERSTÄNDLICH GESCHRIEBEN. Falls beides nicht zutrifft, sich die Lücke nicht schließt, dann hast du ein dickes Problem.

Kapitale Fehler, wie etwa eine komplett unglaubwürdige Grundsituation, sind der GAU für die Geschichte. Kannst du diese Fehler ausbügeln und so dein Werk retten?

Wenn nicht, dann lege das Drehbuch weg und fang die nächsten Geschichte an!

Das ist keine Vogel-Strauß-Politik, sondern nötig. Je tiefer du dich in eine Geschichte verrennst, desto frustrierter wirst du, wenn sie nicht funktioniert.

Weg damit in eine Schublade oder einen "Totgeburten"-Ordner auf deinem PC!

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass dir Monate oder sogar Jahre später eine Lösung einfällt.

Bis dahin solltest du jedoch längst eine Menge andere Geschichten erdacht haben, die der Umsetzung würdig sind bzw. waren.

Unter Umständen funktionieren einzelne Szenen nicht, sind fehl am Platz oder missverständlich. Kannst du sie ändern, dann tu das. Wenn nicht, dann tausch sie aus gegen glaubwürdige und stimmige Szenen.

Dumme Aktionen der handelnden Personen in einer Geschichte sind verzeihlich… Wenn du eine Begründung für sie liefern kannst.

Unverständliche Szenen und Aktionen wurden dir evtl. nur als Fehler ausgelegt, weil sie missverständlich formuliert sind. Sie sollten im Idealfall Sinn ergeben, sobald du den Satzbau optimiert hast.

Lücken, die keine zu sein scheinen, beruhen auf einem Wissensproblem: Du kennst deine Geschichte und hast evtl. dieses Wissen vorausgesetzt beim Verfassen der 'fehlerhaften' Stellen.

Das heißt, du hast wichtige Informationen unterschlagen, die dein Leser (z.B. der Lektor einer Drehbuchagentur) unbedingt benötigt.

Eine unverständlich geschriebene Geschichte hat genauso wenig Chancen auf dem Markt wie eine total unsinnige. Außer natürlich, Unverständlichkeit ist der Grundstein deines Werkes.

Aber: Meist hat der Autor nur nicht genug Korrekturzeit in sein Werk investiert. Nicht alles ist Kunst, nur weil es den Leser (bzw. Zuschauer) verwirrt!

Keine Fehler sind manchmal Fehler!

Wenn du zum Beispiel deinen Freunden schon viel von der Geschichte verraten hast, kann es sein, dass sie bei der Korrektur ebenso geblendet von Vorwissen waren und darum Fehler übersahen.

Umschreiben und wieder prüfen (lassen) ist das oberste Gebot!

Kein erster Entwurf ist viel wert und auch im elften werden noch kleine Unstimmigkeiten versteckt liegen. Aber jede Überarbeitung schluckt Fehler und macht das Endprodukt perfekter.

Letztendlich liegt es an dir, ob dein Drehbuch Sinn ergibt.

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