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Drehbuchentwurf ausmisten (3), Den

veröffentlicht am 17.10.2005

Eine an sich perfekte Satzgruppe kann man mit Adjektiven bis zur Bewusstlosigkeit aufblasen. Etwa so:

Okay, checken wir die Verschlimmbesserungen:

zitternd
Kann wegfallen, falls wir es schon wissen oder es nicht zu Handlung oder Stimmung beiträgt.

vor Angst verkrampften
Hier gilt die gleiche Regel.

eisigkalte
Wie soll das der Zuschauer merken? Weg damit!

gefährlich wirkende
Wirken die nur so oder sind sie es? Krallen, dich sich durch Wände und Tapeten schneiden, finden die meisten wohl auch ohne diese Anmerkung erschreckend genug.

uralte
Komm schon, es gibt doch treffendere Beschreibungen als diese!

Mal abgesehen von der Unsinnigkeit dieses Wortes an ausgerechnet dieser Stelle.

Ich gehe mal davon aus, dass Martin sich schon eine Weile im 'uralten' Gebäude aufhält. Falls das Gebäude also uralt und heruntergekommen ist, wird es mit Sicherheit solche Tapeten haben, oder?

Und nun noch einmal, weil's so schön war, der originale Wortlaut:

Die Lesegeschwindigkeit sollte mit der Aktionsgeschwindigkeit übereinstimmen.

Das ist schließlich das Ziel einer gut beschriebenen Handlung. Und das nicht nur im Drehbuch, sondern in jeder Geschichte.

(Wenn ich darüber nachdenke, wissen wir ja: Martin presst keinen anderen Körper gegen die Wand! Hm…)

Nur die Handlung wird ausgeführt, nicht die Beschreibung ihrer Bestandteile!

Eine unnötig aufgeblasene Aktionsbeschreibung dauert genauso lange wie eine einfache. Also warum Zeit und Nerven (eigene und die der Leser) verschwenden?

Wenn jemand "vorsichtig" Licht anschaltet, wie zum Teufel stellt der das an? Keine Ahnung. Diese Wortwahl soll Spannung erzeugen und klingt lächerlich.

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