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Drehbuchentwurf ausmisten (2), Den

veröffentlicht am 17.10.2005

Ich werde mich hier nicht über Rechtschreib- oder Formatierungsfehler auslassen, denn die solltest entweder du oder ein gutes Schreibprogramm erkennen und berichtigen können.

Bleiben also noch zwei Arten von Fehlern: Textungetüme und Handlungslücken.

Jetzt werden erst einmal die

Textungetüme

zur Strecke gebracht. Denn diese Art Fehler ist nicht besonders schlimm, muss jedoch unbedingt ausradiert werden. Beziehungsweise umformuliert.

Unklare oder reineweg blöde Formulierungen schaden der Geschichte und engen die Chancen ein, dass das Drehbuch von potentiellen Kunden akzeptiert wird.

Immerhin sollen ja Profis das Drehbuch umsetzen. Und die erwarten natürlich, dass du ebenfalls dein Handwerk beherrschst.

Okay, genug der Phrasen und weiter im Text…

Der folgende Absatz steht nackt im Raum:

Ein Drehbuch wird in der Gegenwartsform geschrieben. Das bedeutet, jeder im Satz gelesene Inhalt passiert in eben diesem Augenblick. Also:

Das klingt doch schon besser. Naja, dieses drücken klingt ziemlich blöde - man könnte die Wörter Zimmerecke und Hosen zu leicht vertauschen.

So ist's perfekt.

Langatmiges Blabla fällt auch bei dem Satz

sofort auf (die Nerven).

"Erst, als ihn seine Hand erreicht? Wieso denn nicht schon vorher?", frag sich der kritische Leser nämlich.

Kurz und schmerzlos heißt es:

Ebenso beliebt bei Drehbuchanfängern - soll ja schließlich verfilmt werden - sind Sätze wie

bzw.

Die Anfängerfehler hier: Sagen, das man etwas zeigt statt es einfach zu zeigen. Und der ebenfalls weit verbreitete Irrtum, Bildauschnitt und Kameraführung bestimmen zu wollen.

Denk dir das Drehbuch als gute Horrorgeschichte! Fallen denn Sätze wie

oder

jemals in Stephen Kings Es?

Niemals, denn da fehlt die Spannung! Wir sind nicht mittendrin, sondern lesen es nur. Unsere Phantasie wird allzu sehr gelenkt und das reißt uns aus dem Lesefluss, zerstört die Illusion.

Solche Formulierungen sind unprofessionell. Weder Kameramann noch Regisseur lassen sich gern Einstellungen haarklein vorschreiben.

Was bis zur endgültigen Drehbuchfassung sowieso rausfliegt, kannst du auch gleich selbst kicken!

Zack, zack. Info auf Info (und nicht zu genau) ohne vermittelndes "hören wir" und "sehen wir"! Direkte Rede!

Denn wenn Jemand bzw. die Kamera etwas (nicht) sieht und es im Text beschrieben wird, dann weiß der Leser davon und der Zuschauer wird es später ebenfalls wissen.

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