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Bekanntes Grauen (4)

veröffentlicht am 18.10.2005

Unheimliches

In ihm stecken heimlich (verdeckt, verborgen) und heimelig (vertraut, bekannt).

Beide Worte offenbaren viel über die Furcht vor dem Unheimlichen. Denn ob Monster oder Geisterhaus: Das Unheimliche trägt stets vertraute Züge.

Zombies ähneln Lebenden, sind jedoch blutrünstige Untote… Spukvillen sind gruselig, weil ein Haus eigentlich behüten soll und nicht bedrohen… Der freundliche Nachbar könnte ein Werwolf sein… Warum ist seine Hand wirklich verbunden?

Im wirklichen Leben können wir viele dieser Zweifel und Zwischenfälle getrost ausblenden bzw. vernünftig erklären.

(Ein seltsames Geräusch im Nachbarzimmer? Da hat sicher die Katze etwas umgeworfen.)

Da wir aber wissen, dass in einem Film so gut wie jedes seltsame Geräusch ein gefährliches Vorzeichen ist, reagieren wir meist so, wie es Regisseur oder Autor wünschen.

Etwas Unheimliches ist ebenfalls oft die ans Licht gezerrte Perversion bekannter Dinge; ein sichtbarer Verstoß gegen die Norm.

Je länger ein solches Ding unbekannt blieb, umso schlimmer wirkt seine Entdeckung auf den Entdecker.

Wenn sich das bisherige Leben als Simulation herausstellt wie in der Truman Show oder als die bloße Illusion von Sicherheit wie in Sie leben!

Einen weiteren sichtbaren Verstoß gegen die Norm zeigt die (jedenfalls von mir und nicht wortwörtlich) gern zitierte Bemerkung Robert Blochs über den "Clown nach Mitternacht" auf:

Ein Clown in der Manege ist lustig. Aber er ist es nicht mehr, wenn er nach Mitternacht in deinem Vorgarten steht.

Verdrängtes

Ebenso unheimlich ist die Wiederkehr von verdrängten Erinnerungen, oder Konsequenzen aus verjährt geglaubten Missetaten. Das Konzept "Schuld und Sühne" findet in vielen (Horror-)Filmen Verwendung:

Eine Sonde kehrt zur Erde zurück und hat fremde Lebensformen an Bord. Ein tot geglaubter Mörder wird wieder aktiv. Der verrückte Ex-Ehemann bricht aus der Psychiatrie aus.

Eines der besten Beispiele für die Angst vor der Wiederkehr verdrängter Erinnerungen ist in Wes Cravens Nightmare on Elm Street zu finden:

Vor etlichen Jahren lynchten die Einwohner einer Kleinstadt den Kindermörder Fred Krueger. Nun kehrt er in den Träumen ihrer Kinder wieder und ermordet die Schlafenden.

Die Erwachsenen (und damaligen Lyncher) glauben den überlebenden Teenagern nicht, denn sie sind zu erwachsen für unwissenschaftliche Erklärungen.

Also müssen sich die Jugendlichen einer übermächtigen Bedrohung erwehren, für die ihre Eltern verantwortlich sind.

Mirjam Schaubs Beispiel hierzu ist meiner Meinung nach nicht so gut gewählt. Es ist eine Szene aus Alien: Die Wiedergeburt.

Ripley, gefangen in der Alien-Brutkammer, sieht fasziniert der Geburt einer neuen Spezies (halb Alien, halb Mensch) zu.

Schaub führte aus, dass die Szene deshalb so gut wirkt, weil das Szenenbild mit seinen matschigen, glibbrigen Wänden verdrängte Erinnerungen (des Zuschauers) an die Zeit im Mutterleib weckt.

Für mich jedoch liegt die Unheimlichkeit der Szene eher im Aussehen und Verhalten des Alien-Babys; seinem einem menschlichen Schädel ähnelnden Kopf und den tief in den Höhlen verborgenen schwarzen Augen, der Kombination aus Gestalt und Verhalten.

Wer den Film und seine Vorgänger kennt, dem wird dieses Mischwesen UND die Vorahnung auf seine Fähigkeiten (Menschliche Gefühle? Verstand?) mehr Furcht eingeflößen, als die meiner Meinung nur hinein-interpretierte Mutterleibsphantasie.

Abschließend: Horror vs. romantic comedy

Wie Mirjam Schaub im Laufe der Vorlesung erklärte, sind viele Männer Horrorfans, während es Frauen eher zur romantischen Komödien Marke Pretty Woman zieht.

Die Ähnlichkeiten beider Genre stellte sie abschließend in einigen Tabellen gegenüber, die ich hier auf die wesentlichen Punkte reduziert habe:

Fazit: Romantische Komödien sind sozusagen realistische Horrorfilme. Ihre Probleme sind von dieser Welt und daher auch oft leichter zu glauben.

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