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Rainer Strzolka (2006)

Suchmaschinenkunde

Die »unter Mitarbeit von Charlotte Strzolka« verfasste Suchmaschinenkunde ist eine ausführliche »Einführung für Bibliothekare, Fachangestellte für Medien- und Informationsberufe sowie andere Informationsvermittler und Paraprofessionals an OPLs«, die die Strzolkas mit zahlreichen Seitenhieben auf Politik, Kundschaft, Stadtdirektoren und »Flumser Rutzer« durchwirkt haben.

(Meine liebste Ablenkung von den Informationen ist ein längeres Zitat aus Thomas Bernards Roman Frost, in welchem Bernhard in den niedrigsten Tönen über ein Bergvolk herzieht.)

Diese und andere Abweichungen vom ‘Normalstil’ anderer Sachbücher können jedoch nicht überspielen, dass die rasante Evolution der Informationstechnologie die SMK allmählich von einem Handbuch in ein Zeitzeugnis verwandelt. Wie schnell ein Druckwerk veraltet, zeigt sich daran, dass die AutorInnen nicht auf Wikipedia und andere Alternativen zu den klassischen Suchmaschinen eingegangen sind. Wo bis vor kurzem die Google-Abfrage als state-of-the-art galt, so gewinnen Online-Enzyklopädien und ähnliche crowd-gesourcte Projekte wie AskMeFi oder del.icio.us mit jedem Monat mehr an Umfang.

Doch so kritisch sie der modernen Technik und der durch sie verzärtelten Suchenden auch sonst gegenüberstehen: die Strolzkas sind ehrlich genug, um auf diesen massiven Nachteil gedruckter Abhandlungen hinzuweisen. Alles andere wäre konservative Augenwischerei, die ich ihnen übelgenommen hätte, obwohl auch ich gedruckte Werke der Handlichkeit halber jedem ebook vorziehe.

Zumal das in ihrem Buch vermittelte Grundlagenwissen ja auch im Web 2.x seine Gültigkeit behält. Beispielsweise ist die oft missachtete Ratschlags-Zweifaltigkeit, mehrere Quellen zu Rate zu ziehen und tiefer in die Suchergebnislisten vorzustoßen, verdammt wichtig für die Netzrecherche, da Autoren gern aufeinander verweisen, ohne die Richtigkeit des Verlinkten und Zitierten zu prüfen.

Webadressen und Suchalgorhythmen ändern sich, künstliche Intelligenz und Übersetzungstools werden jährlich besser. Doch jeder dieser Fortschritte führt dazu, dass mehr Menschen ihrer Technikgläubigkeit erliegen und ihr Heil online suchen. Womit sie gleichzeitig dafür sorgen, dass die Zunft der BibliothekarInnen zum stumpfen Kundendienst verkümmert, der hauptsächlich dann in Anspruch genommen wird, wenn die Ausleihautomaten streiken.

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