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Kang Han Young (1982)

Time Machine 001

Es ist schwer, etwas über diesen Film(?) herauszufinden, darum schildere ich die ersten Szenen von Time Machine 001 etwas ausführlicher, als es vielleicht nötig wäre.

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Der Film beginnt mit blinkenden Lichtern und den typischen Geräuschen einer space opera.

Ein UFO (bzw. eine Zeitmaschine in Form eines Klischee-UFOs) rast ins Bild und billig synchronisierte Off-Stimmen rufen Befehle wie "Laserkanone Feuer!" und "Zeitmaschine auf das Jahr 2000 programmieren!"

Es sind zwei Raumschiffe! Eins jagt das andere.

Böses Gelächter. Eine Männerstimme meint: "Jetzt müssen wir uns nur noch das Dianum holen!" - Ganz großes Kino.

Die im blauen Raumschiff flüchtenden Guten werfen das Dianum(?) ab, denn es darf den Insassen des roten Verfolgerschiffes nicht in die Hände fallen. Nun liegt das glitzernde, spindelförmige Ding neben einem Baum herum.

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Nach diesen spannenden 67 Sekunden wird der farbenfrohe Schriftzug eingeblendet; einzig lesbar für durchschnittliche Europäer ist die 001 am Ende des Schriftklotzes. Auch die Credits sind nicht untertitelt.

Wozu auch? Wichtig sind die Hintergründe, vor denen die Namen auftauchen: Impressionen futuristischer Städte, rankenverhangener Wälder und anderer Dinge - wohl die Hintergründe späterer Szenenbilder.

Ein Kinderchor singt (bzw. schreit) die Titelmelodie: "Tahim Moshien KoKoDi" oder so ähnlich. Abgefahrenes Englisch auf jeden Fall und das alles zu einer nervigen Humpapa-Melodie. Dann enden dieses Zwischenspiel.

Aufblende zum ersten Akt.

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Der Mond steht am Himmel über dem Baum, aus dessen Stamm Licht strahlt: Denn in dem Baumstamm haben sich drei Kinder ihr Versteck eingerichtet. Sie sitzen um einen Holztisch herum und zerbrechen sich den Kopf über ihren seltsamen Fund. (Sie wissen ja noch nicht, dass dieses Ding ein Dianum ist.)

Der Freundeskreis besteht, wie sollte es in einem Kinderfilm auch anders sein, aus

ERSTENS einem durchschnittlich klugen, sportlich aussehenden Jungen (Markenzeichen: giftgrüner Stretch-Pulli) - Knöpfchen - der die Diskussion beginnt, und überhaupt Wortführer ist, ?

ZWEITENS einem dicken Kerl (mit Muttermal unterm Auge) - Knuffi - der das Ding verkaufen will, weil man "dafür sicher einen Haufen Geld" bekommt. "Dafür können wir uns einen ganzen Berg Schokolade kaufen!" und ?

DRITTENS einem schlaksigen Brillenträger - Knispel. Typisches Zitat "Oh Mann, das sieht gefährlich aus! Wir müssen das wissenschaftlich untersuchen lassen!"

Sie verstummen auf Knöpfchens Geheiß, denn draußen schleicht jemand umher.

Genauer gesagt vier Typen mit grüner Haut und Raumanzügen: Ein hochgewachsener Vorgesetzter und drei Aliens mit großen Köpfen und gen Himmel ragenden Nasen. Alle vier schauen finster drein. Die Fremden suchen den Waldboden mit Taschenlampe und Scanner nach dem Dianum ab. Ohne Erfolg. Von ihrem Versteck aus beobachten die Jungs den Suchtrupp.

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Am nächsten Tag scheint wieder Alltag eingekehrt zu sein: Die drei spielen mit ihren Freunden Fußball. Knispel kann's nicht, trägt dafür aber selbst beim Spiel seinen schwarzen Regenschirm mit sich herum. Knöpfchen und Knuffi (er trägt das Dianum an einem Strick um den Hals) sind ein Spitzenteam. Sie schießen ein Tor (Kickers-Style) und Knuffi verliert das Dianum bei dieser Aktion.

Vom nahen Hügel aus beobachtet ein blondes Mädchen im hypermodernen Weltraum-Zweiteiler (mit Waffenholster) den Streit zwischen dem Dicken und einem der Fußballgegner, der das Dianum 'gefunden' hat und nun für sich beansprucht. Der Score macht klar, dass dieses Mädchen ebenfalls an dem Dingsbums Interesse hat.

Das Mädel schnappt sich das Teil und rennt weg. Knöpfchen verfolgt sie und bringt sie mit einem Sprung (inklusive blödem Geräusch) zu Fall. Plötzlich rast ein Motorrad heran und ganz knapp rettet der Junge das Dianum vorm Zugriff des grüngesichtigen Fahrers. Statt umzudrehen, rast dieser weiter und ward nie mehr gesehen. Und das Mädel ist auch verschwunden; die seltsame Logik eines Kinderfilms.

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Abends: Die Jungs schauen zu, wie ein Forscher (mit Schnauzbart) das Dianum untersucht. Nachdem er das Ding unter dem Mikroskop betrachtet und den elektrischen Widerstand gemessen hat, weiß er genau: "Es kommt nicht von unserer Erde. Es muss von einem fremden Planeten stammen." Die Jungs staunen mit offenem Mund. Zur gleichen Zeit schleichen drei Aliens ums Gebäude.

Kaum sind die Jungs vom Laborgelände verschwunden, bereiten sich die Außerirdischen auf den Zugriff vor.

Die Jungs spielen tagsüber Fußball und sitzen nachts im Baumhaus. So auch dieses Mal. Doch diesmal ist auch das fremde Mädchen anwesend. Schock! Die Blonde will das Ding zurück, doch die Jungs haben es im Labor gelassen. Doktor Kim(?) ist in Gefahr, erklärt das Mädchen.

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"Unverschämtheit, hier einzudringen!" wäre nicht genau das, was ich an des Doktors Stelle sagen würde zu vier Außerirdischen. Eher "Oh, verdammt? Hier haben sie das Dingens!"

Als die vier Kinder im Labor eintreffen, ist der Doktor entführt worden; ein umgeworfener Drehstuhl und einige Scherben deuten auf eine Entführung hin. "Hier muss irgendwas passiert sein", schlussfolgern die Kids.

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Das glühende Licht des hinter einem nahen Hügel geparkten UFOs weist ihnen den Weg, und dann stehen sich Menschen und Aliens gegenüber; die Außerirdischen sind mit Strahlenkanonen ausgerüstet und klar im Vorteil? Jedenfalls in einer Welt, die nicht auf Filmlogik aufbaut.

Stattdessen: Das Mädchen formt mit ihrem Fingerring zwei Wurfgeschosse aus leuchtender Materie und auch die Jungs greifen (wenn auch nur mit Händen, Füßen, Stirn und Regenschirm) an.

Knispel wird ins UFO gesaugt, und schon startet es. Helle Lichter, scharfer Wind - das Fluggerät hebt ab, rotiert und verschwindet plötzlich; offensichtlich (haha) ein Zeitsprung.

Das Mädchen läuft weg - zu ihrer Raumschiff-Zeitmaschine und die beiden Jungs verfolgen sie und steigen ein in das neumodische Gefährt mit der weiblichen Mannschaft.

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"Wir fliegen ins Jahr 2800!" - "Wir fliegen in eine andere Zeit?!" Zum Glück sind genug Sitzplätze für alle da. "Sonnenreaktoren aktivieren!"

Dann eine entnervende Nachricht. Statt in die Zukunft reisen sie zurück ins Jahr 1700. Der Grund: "Wir sind zu schnell geflogen. Wir haben das Raumschiff kaputtgemacht." - Hm? Dieses Bild haben also die Autoren von der weiblichen Mannschaft.

Das Raumschiff materialisiert sich über einer Burg (in England, im Jahre 1724). Crew und Passagiere verschrecken einige Ritter. Eiligst machen sich die Zeitreisenden aus dem Staub, um keine Panik auszulösen.

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Nächste Station: Neo Tokyo Seven oder so. Die Ansichten der Stadt kennen wir bereits aus dem Vorspann. Das Zeitschiff landet im Hangar.

Die Großmutter des Mädchens begrüßt die zwei Freunde. "Der König und die Prinzessin vom Planeten der Kinder haben mir viel von euch und eueren Heldentaten erzählt."

Hä?! - Ist dies etwa eine Anspielung auf eine andere Folge der Abenteuer von Kniffo, Knollo und Klopsi ? Ähm ? Knöpfchen, Knuffi und Knispel?

Egal, denn die 'Pointe' dieser Szene ist die Reaktion des blonden Mädchens - Ara heißt sie, glaube ich - auf die Bemerkung ihrer Oma: "Ich bin aber viel hübscher als diese Prinzessin Lu-Lu!" sagt sie schmollend und die Anwesenden (sogar ihre Crew) lachen sie aus. Kotz!

Die nächste Szene - Essen im Jahr 4032 - ist eine klassische Oldschool-SciFi-Sequenz: Denn der dicke Knuffi regt sich über das nur aus Pillen und (scheinbar) Schaumstoff-Würsten bestehende Mahl auf. Aras Antwort: "Ihr Menschen esst sowieso viel zu viel. Und du bist ganz besonders verfressen!" und dann noch "Ihr Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts seit dumm und schrecklich langsam."

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Und so weiter plus Happy End. Das ganze erinnert an TKKG, Raumschiff UX3 antwortet nicht und andere Hörspiel- und Buchserien für Kinder, ist ziemlich flach und dumm und auch ein wenig rassistisch.

Zum Schluss noch ein Zitat:

"Der Stand der Technik ist auf unserem Planeten und in unserer Zeit so weit entwickelt, dass es nichts mehr gibt, was es noch zu erfinden oder zu entdecken gäbe."

Ja, sicher. Deshalb ist dieses Dianum ja auch so begehrt und kann so leicht verloren gehen.

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