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Roy Ward Baker (1967)

Das grüne Blut der Dämonen

Quatermass and the Pit

Bei Tiefbauarbeiten im London Underground werden die Schädel und Skelette einer bislang unbekannten Frühmenschengattung entdeckt.

Die Freude der zuständigen Wissenschaftler über diesen Fund wird jedoch einige Zeit später getrübt von einer weiteren Entdeckung: Im Lehm unter der Hobbs Lane stecken nicht nur Knochen, sondern auch ein großes Metallobjekt.

Sofort verständigt man Colonel Breen. Der arbeitet zwar inzwischen fürs britische Raumfahrtprogramm, gilt jedoch als Fachmann für deutsche V-Waffen und soll aus diesem Grund die anstehende Entschärfung leiten.

Professor Quatermass - Raumfahrtspezialist von Weltruf - folgt Breen und dessen Team unter die Hobbs Lane, weil er eigentlich mit dem Colonel Geschäftliches besprechen wollte und nun die einzige Alternative wäre, draußen auf ihn zu warten.

An der Fundstelle angekommen, ahnt der Professor alsbald, dass es sich bei dem Ausgrabungsstück nie und nimmer um eine deutsche Vergeltungswaffe handeln kann.

Klassische Science Fiction aus der Feder von Nigel Kneale. Mit Andrew Keir, James Donald, Julian Glover, Barbara Judd, Peter Copley und Duncan Lamont.

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Nachdem das Geheimnis, welches dank der Erwartungen an einen Science-Fiction-Film eigentlich keines ist, enthüllt wird, fragt sich bestimmt jeder genregewandte Zuschauer: "Was denn? Nur ein Raumschiff?" und schaut leicht genervt auf die verbleibende Laufzeit. Jedenfalls bewirkte das dieser plot point bei mir.

Die einzige Spannung zu diesem Zeitpunkt empfand ich aufgrund der Mutmaßungen, welche Tricks Roy Ward Baker anwenden würde, damit ich mich später nicht ärgern muss, diesen Film komplett geschaut zu haben.

Glücklicherweise gelang es ihm ganz gut. Wenngleich auch das telepathisch übertragene und mit einer Apparatur aus der Technobabbel-Mottenkiste aufgezeichnete Filmchen vom Mars ziemlich peinlich anzuschauen ist.

(Ähm… Damit meine ich nicht den hier besprochenen Film!)

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Nach Minuten der Unschlüssigkeit verändert sich sozusagen der Aggregatzustand der präsentierten Science Fiction:

Aus hart wird weich und plötzlich geht es nicht mehr um einen jeglicher Physik hohnsprechendes Ausgrabungsfund, sondern um Psyche und PSI-Phänomene und nicht zuletzt um die Entstehung der Menschheit und ihrer Charakterzüge.

Das Ganze ist bestimmt nicht jedermanns Sache, aber immer noch origineller als die üblichen, handgreiflichen "Entweder Die oder Wir"-Stories.

Der Showdown hingegen ist dann doch wieder ziemlich Star Trek Classic: Der böse Endgegner wird vernichtet, die Menschheit ist (vorerst?) gerettet und Quatermass ist außer Puste, aber noch einmal davongekommen.

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Abgesehen davon, dass die von Nigel Kneale in Worte gefassten Grundstories auch damals schon nicht originell waren… Seine Geschichten um Professor Quatermass hatten dank der überragenden 'Übersetzung' in Bild und Ton auch als TV- und Kinofassungen Erfolg.

Es blieb darum auch nicht aus, dass Kneale - und auch die Regisseure - nachhaltigen Einfluss auf das Werk nachrückender Autoren- und Filmemachergenerationen ausübten.

So etwa sind unter anderem Stephen Kings Roman Tommyknockers, am deutlichsten jedoch der Film Lifeforce (Tobe Hooper, 1985) Abwandlungen der von Kneale verfassten Geschichte um Quatermass and the Pit.

Genauer gesagt ist der Streifen Lifeforce eine Mischung aus Schock (The Quatermass Experiment, 1955) und Quatermass and the Pit. Eine sehr abstruse, aber immerhin.

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Ach ja, fast vergessen: Das von Triceratops als Intro für eines seiner Tracks verwendete Sample "Propaganda Weapon" und garantiert auch etliche von anderen Künstlern 'verwertete' Klangschnipsel gäbe es ohne Quatermass and the Pit nicht.

Sie stammen unter anderem aus der Anweisung, die (nach knapp einer Stunde Spielzeit) aus dem Lautsprecher eines Polizeifahrzeugs ertönt und an die vorm Eingang der U-Bahn-Station versammelte Menge gerichtet ist:

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