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Joseph Lai (1986)

Ninja Hunt

Nach gut zehn Jahren kehrt Aaron nach Hongkong zurück. Dort lernt er den vorpubertären Billy kennen, der sich für sein Alter schon ziemlich viel rausnimmt. Doch das ist kein Wunder, denn Billys Quasi-Stiefvater ist ein gefürchteter Gangsterboss. Deshalb wird Billy trotz seines jungen Alters von allen mit Respekt behandelt und weiß genau, wie er über die Runden kommt.

Aaron hingegen wirkt in der großen Stadt ziemlich verloren. Zwar bekommt er Arbeit als Taxifahrer, doch während einer Spätschicht wird er von Kleinganoven überfallen, die ihm Geld und Fahrzeug stehlen. Hier kommt Billy ins Spiel. Der Junge weiß, wo die Bande haust und führt Aaron dorthin. Aaron mischt die Kerle auf und wird dabei von Billys Ziehvater, dem Gangsterboss, beobachtet.

(Eigentlich war der Boss nur vor Ort, weil ihm die Kleinganoven ihre Freundinnen verkaufen wollten - natürlich, ohne den Mädels davon zu erzählen.)

Der geplante Deal platzt, da zuerst Aaron und dann die Polizei auftauchen. Doch Aaron hat mit seiner Kampfkunst beim Boss Eindruck geschunden. Kurz darauf wird er engagiert, soll bei einer bald stattfindenden Geldübergabe dabei sein und so weiter und so fort.

Was diese Geschichte mit Ninjas zu tun hat? Alles! Aber nur dank der Besitzer der Filmrechte. Denn die hielten es für lukrativ, dieses asiatische Milieudrama fürs westliche Publikum um einen ninjahaltigen Handlungsstrang zu ergänzen.

Sie dachten wohl, asiatische Filme wären für den Rest der Welt nur dann interessant, wenn sie von Kampfkunst handeln. Und, wenn 'Weiße' mitspielen. Also haben sie den Film mit nachträglich gedrehtem Material und passender Neusynchronisation frankensteint.

Das Ergebnis dieser Genre-Umwandlung erzählt von der Jagd nach einer gestohlenen Videokassette. Auf dieser ist die Formel für die Droge DAK 10 gespeichert; eine Droge, die Menschen in »todesverachtende Kampfmaschinen« verwandelt und deshalb nicht in die Hände des bösen/gelben Oberninja gehört.

CIA-Mann – und Ninja-Hunter – Gordon nimmt sich des Falles an. Er fliegt nach Hongkong, wo er von einem seiner besten Männer bei der Suche nach der gestohlenen Kassette unterstützt wird: Aaron.

Jede Wette, dass sich auch Taxi Driver problemlos in einen Ninja-Spionage-Actioner verwandeln ließe: »Redest du mit mir?« – »Ja, Travis. Du musst die DAK-10-Kassette wiederbeschaffen.«

Ninja Hunt enttäuscht sein Publikum gleich doppelt. Zum einen, weil die ursprüngliche Handlung von Fremdmaterial und Neusynchro verpestet ist. Zum anderen, weil die unfassbar lächerlichen Ninja-Kämpfe viel zu oft von Handlung unterbrochen werden.

Und wenn ich Ninja-Kämpfe schreibe, dann meine ich damit artistische Einlagen aus der Artistik-Hilfsschule, ergänzt durch lumièreske Filmtricks. – Für eine DVD mit den Outtakes dieser Fights würde ich einen dreistelligen Betrag hinblättern.

(Na ja, hundertzehn Euro oder so. Und zweihundert, wenn sie von Richard Harrison und Stuart Smith signiert ist.)

Nicht so viel, aber immer noch genug Geld wäre mir eine DVD-Edition wert, dank der ich Ninja Hunt mit der Originalfassung vergleichen kann. – Gewünschtes Bonusmaterial in diesem Fall: Ein Audiokommentar der für die Verhunzung Verantwortlichen.

Ach ja: Ich habe keine Ahnung, ob der Held des Films wirklich Aaron heißt, denn in der deutschen Synchronfassung wird sein Name stets genuschelt; Alan oder Elrond kommen also ebenfalls in Frage.

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