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Eric Darnell (2005)

Madagascar

Nach ihrem missglückten Ausbruchsversuch 'entlässt' der Central Park Zoo einen Löwen, ein Zebra, ein Nilpferd, eine Giraffe (und vier Pinguine?) nach Kenia.

Ihre Reise wird jäh unterbrochen, als die Pinguine das Schiff kapern und den Südpol ansteuern. Das Wendemanöver wirft die in Frachtkisten verpackten Säugetiere über Bord und die Strömung trägt sie nach Madagaskar.

Flacher und größtenteils witzloser Trickfilm aus den Dreamworks-Studios (Regie: Eric Darnell und Tom McGrath). Mit den Stimmen von Ben Stiller, Chris Rock, David Schwimmer und Cedric the Entertainer.

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Ja, der Film ist an und von Computern generiert worden. Das ist aber längst so normal wie Wasser und sollte darum nicht der einzige Grund sein, aus dem ein Film angepriesen wird.

Doch diesen Film kann ich noch nicht einmal aufgrund seiner Machart loben. Denn das Design der Charaktere ist stiltechnisch ein (gewollter) Schritt zurück in die Trickfilmzeit und erzähltechnisch der letzte Nagel zum Sarg.

Die Tiere benehmen sich wie Menschen, laufen sogar vor den Augen der Zoobesucher auf zwei Beinen und lassen sich von Pflegern bewirten wie Cäsare. Warum sind sie denn da überhaupt im Zoo ausgestellt und nicht längst bei McDonalds oder im Weißen Haus beschäftigt?

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Ebenso ärgerlich ist der Humor, der auf eine mir nicht näher bekannte Zielgruppe hin abgestimmt ist.

Es gibt dutzende Scherze im Stil uralter Slapstickkomödien; immer wieder fällt jemand hin oder stößt mit dem Kopf irgendwo dagegen.

Aber auch völlig unpassende Sprüche sind in den teilweise minutenlangen und ansonsten witzfreien Dialogen versteckt; etwa, als der verärgerte Löwe dem Zebra androht, es umbringen, dem Kadaver Zellen zu entnehmen, aus diesen neue Zebras (Zebren?) klonen und diese dann wieder umzubringen.

Ganz zu schweigen von einigen Unappetitlichkeiten wie dem (Zitat) "Rektalthermometer"?

Madagascar ist beinahe das Guest House Paradiso unter den Kinderfilmen.

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Und die Auflösung ist keine: Der Löwe verspürt zum Schluss keinen Drang mehr, das Zebra oder andere Bewohner der Insel fressen, weil ihn die Pinguine von der Schmackhaftigkeit von Sushi überzeugen.

Ähm… Hallo, Dreamworks-Script-Abteilung… Fische sind auch Tiere und so ein Löwe kann verdammt hungrig sein. Diese 'Lösung' (wohl eher Losung) stinkt zum Himmel und rechtfertigt keine der neunzig Minuten Spielzeit.

Oder bin ich der einzige Zuschauer, der gleich an Treibnetze und tote Tümmler denkt, wenn das erfreute Zebra weitere sechshundert(?) Portionen Sushi ordert?

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Ach ja: Die Lemuren nerven bereits, als sie zu "I like to move it" tanzen. Besonders unerfreulich ist jedoch die deutsche Synchronstimme ihres Anführers. Der wird im Original von Sacha Baron "Ali G." Cohen gesprochen und 'bei uns' radebrecht Stefan Gossler.

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Es herrscht in Deutschland übrigens ziemliche Verwirrung, was den Titel angeht. Einige Zeitungen und Kinoprogramme (etwa die UCI-Homepage) schreiben "Madagascar" und "Madagaskar" im gleichen Text und meinen immer den Filmtitel.

Dabei liegt doch klar auf der Hand:

Madagaskar (das Eiland) wird in D(eutschland) mit K geschrieben. Doch da auf dem deutschen Poster ein C steht, hat der Originaltitel auch hierzulande seine Richtigkeit.

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