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Stephen Spielberg (2005)

Krieg der Welten

War of the Worlds

Ein unnatürliches Gewitter erweckt riesige, außerirdische Maschinen (Tripods) zum Leben, die bald darauf aus der Erde brechen und panisch flüchtende Menschen mit unbekannter Strahlung in Staub verwandeln.

Die Überlebenden der ersten Angriffe irren ziellos durchs Land und erleben Abenteuer.

Zum Schluss gehen die Außerirdischen ohne menschliches Zutun an einer Art Schnupfen ein… Eine dumme Auflösung im Stil von Signs.

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"Wir" folgen einer unsympathischen Familie (Tom Cruise, Dakota Fanning und Justin Chatwin) auf ihrer Flucht quer durch die USA. Die Tochter nervt, der Sohn nervt, und nicht nur der Vater ist bestenfalls ein Klischee. Wenn sie sich mal nicht streiten, flüchten sie vor Todesstrahlen und metallenen Tentakeln.

In der einen Minute ist der Film Familiendrama, nur um gleich darauf wieder ins Action- bzw. Horrorgenre abzudriften. All dies ist weder spannend oder logisch oder glaubwürdig…

Krieg der Welten ist ein Big-Budget-B-Film ohne klare Linie, der an die unfreiwillige Genreparodie Lifeforce von Tobe Hooper und Dan O'Bannon erinnert.

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Fazit#1: Independence Day und Mars Attacks! sind Längen besser, zeigen wirklich einen Weltenkrieg und fahren gleich ein Dutzend interessante Charaktere auf.

Fazit#2: Ich muss mal wieder das Buch lesen. (Namentlich Krieg der Welten von H. G. Wells.)

Fazit#3: Blockbuster-Autoren sollten nicht nur immer wieder auf längst verfilmte Romane und Geschichten zurückgreifen. James Herberts Domain, John Wyndhams The Kraken Wakes, Robert R. McCammons Swan Song und auch die Erzählung The Mist von Stephen King ergäben sicherlich wunderbare und relativ innovative Kassenknüller.

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Jede Menge Spoiler:

Für meinen Geschmack gibt es einfach zu wenig Krieg in Krieg der Welten: Die Armee ist machtlos, die Zivilisten sowieso und die Tripods unzerstörbar.

Dies ist auch im Buch so, aber dessen Handlung entspinnt sich ja auch in einem völlig anderen Jahrhundert. In diesem Punkt hätte eine Aktualisierung Sinn ergeben.

Ebenso unzweckmäßig ist es, dem Publikum so wenig zu zeigen von der Zerstörung selbst. Wer den Film gesehen hat und sich nun über diese Aussage wundert, sollte einmal zurückdenken, wie oft sich etwas hinter Hügeln oder off-screen abspielt bzw. nur erzählt wird.

Zu oft und zu lange zeigt Spielberg reaction shots der Darsteller: Sie schauen fassungslos an der Kamera vorbei auf die Szenerie, die ja soviel interessanter fürs Publikum wäre als zum x-ten Mal geschockte Gesichter.

Wenn es dann zur Sache geht, geschieht oft Unerklärliches.

Warum stürzt der Highway um? Keine Ahnung. Warum brennt der Zug? (Mars Attacks! lässt grüßen.) Keine Ahnung. Woher kommen die Wasserleichen? Tja… Keine Ahnung.

Als plötzlich ein Tripod aus dem Wasser taucht, ist das ganz klar ein künstlich gesetzte Bedrohung ("It's in the script.") und keine logische. Hat das Ding etwa die ganze Zeit auf die Fähre gewartet? Wenn ja, dann warum, wenn die Aliens doch sonst nicht so zimperlich sind und es auch nicht sein müssen?

Diese 'verstörenden' Elemente scheinen ganz anderen Filmen zu entstammen und lassen sich nicht mit der Handlungsweise der Tripods erklären, die eigentlich nur laufen und Todesstrahlen verschießen und Personen einäschern. Nun ja, wie gesagt… "It's in the script."

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Der Mord an Ogilvy (Tim Robbins) hätte nicht sein müssen und wird ebenfalls nicht gezeigt und bringt der von Cruise gespielten Figur des Ray Ferrier nicht gerade eben Sympathiepunkte.

Eine ähnliche Szene gab es in Saving Private Ryan und dort passte sie auch hin. Hier ist sie nur eine weitere "Perle vor die Säue".

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Apropos ähnliche Szenen: Spielberg hat seine Velociraptoren-in-der-Küche-Szene aus Jurassic Park erneut* variiert.

*(Nach der Scanner-Sequenz aus Minority Report.)

Diesmal verfolgt ein schlauchartiges Ding (Abyss?) unsere "Helden" durch den Keller eines Einfamilienhauses, der plötzlich so groß ist wie eine Lagerhalle.

Sogar einen Spiegel gibt es, der das Ding verwirrt… Das hypermoderne Ding, welches offensichtlich NICHT auf Wärme oder Schall reagiert, denn sonst wäre die Jagd ganz schnell beendet.

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Nachgedanken:

Wenn die Tripods springen - das wird einige Male gezeigt - baumeln ihre Beine kraftlos herum wie die einer Marionette. Ist das vielleicht ein weiterer Verweis auf die Wurzeln dieses Machwerks im B-Film der Fünfzigerjahre?

Unverständlich eigentlich, warum sich die Menschen nicht verstecken, sondern in großen Trecks durchs Land pilgern… Man sollte doch annehmen, dass solche Massen ein leichtes Ziel für die Aliens darstellen.

Unverständlich auch, warum sich das Motiv der Aliens ändert. Erst löschen sie die Menschen beinahe wortwörtlich aus, später saugen sie die Überlebenden aus. Ist das hier doch noch Systemkritik? Die bösen Eroberer, die erst Bomben werfen und dann… Ähm, keine Ahnung, ob ich diesen Satz beenden soll.

Zum Schluss wird jedenfalls alles gut. Und zwar so gut, dass ich mich frage, wie das Leben dieser Familie wohl weitergeht. Und ob nun wieder Nationen gegeneinander antreten; nun mit den technischen Mitteln der Außerirdischen ausgerüstet…

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Oha, fast vergessen: Spielberg hat Einstellungen aus Die Vögel* und Invasion vom Mars (der Hügel) verwendet.

*(Mit roten Pflanzen statt Möwen und Krähen.
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