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Antoine Fuqua (2004)

King Arthur

Ein pseudohistorischer Schwertkampffilm mit Clive Owen, Ioan Gruffudd, Stellan Skarsgård, Keira Knightley und Til Schweiger; produziert von Jerry Bruckheimer.

King Arthur ist einer dieser Streifen, bei denen ich zu keinem Zeitpunkt wusste, ob ich ihn mir überhaupt komplett anschauen soll; entpuppte sich die Story doch alsbald als Vorwand für Zeitlupenmetzeleien und computergenerierte Pfeilhagelstürme.

Für einen packenden Film reichen diese altbekannten Zutaten längst nicht aus; dafür wurden sie in letzter Zeit einfach einige Male zu oft verarbeitet – ''Schlachtengemälde'' wie King Arthur gibt es inzwischen im Dutzend billiger.

Letztendlich habe ich den Film natürlich doch bis zum Ende angesehen. (Sogar den Director''s Cut.) Und war es auch nur aus Mangel an Alternativen.

Auf Charakterwandel verzichtet der Film ebenfalls; die Guten sind gut und die Bösen böse.

Das Schauspielerensemble kniet sich trotzdem mächtig rein und versucht mit aller Macht, die altbekannten Figuren – Archetypen trifft es eher – in Charaktere zu verwandeln.

Bereits die erste Kampfszene ist reichlich verwirrend. Mit welcher Seite soll man denn mitfiebern, wenn doch der attackierte Wagentross ganz offensichtlich der römischen Besatzungsmacht gehört. Und Besatzer sind eigentlich selten die Guten.

Falls der Regisseur darauf spekuliert hat, dass das Publikum die angreifenden Guerillatruppen als Staatsterroristen im Stile islamistischer Selbstmordattentäter wahrnimmt, dann ist ihm das misslungen.

Dieses erste Gefecht jedenfalls macht klar, dass Arthurs Truppe immer dann gerufen wird, wenn die Pläne der Römer gefährdet sind.

Oder anders formuliert: Die Helden des Films sind allesamt Berufsmörder, die man einfach als Helden zu akzeptieren hat, weil sie gegen dreckige Waldmenschen und (später dann) blutrünstigere Mörder zu Felde ziehen.

(Ähnlich, wie Serienkiller Henry nur darum als Protagonist in Frage kommt, weil er sich zivilisierter zeigt als Otis.)

Ja, diese Sachsen sind schon hardcore drauf: Sie dürfen keine Frauen vergewaltigen, weil das zu schwächlichen Bastardkindern führen würde. Stattdessen töten sie alle Einheimischen, die sie in die Finger bekommen und haben zottelige Haarfrisuren.

Zum Glück wird die eine Hälfte ihrer Invasionstruppe von Arthur und Co. in einer "Alexander Newsky"esken Aktion erledigt und der Rest fällt auf einem rauchverhangenen Feld gleich hinter dem römischen Grenzwall.

Happy End.

Wahre Kampfgefährten versuchen übrigens nicht einmal für drei Dialogzeilen, einen vielfachen Vater von der Teilnahme an der finalen Schlacht abzuhalten.

Was wohl daran liegt, dass schlachtenreiche Historienfilme die letzte Bastion für Regisseure sind, die zwar Krieg und Männlichkeit verherrlichen wollen, aber keine Lust haben, während der PR-Tour für einen Vietnamkriegsfilm unbequeme Fragen zu beantworten.

Jetzt muss ich doch noch einmal die blau-roten Bilder loben. Die Farbgebung des Filmes ist einer der raren Gründe, weshalb ich King Arthur trotzdem weiterempfehlen würde.

Nicht die Waldkrieger haben sich für ihre Kriegsbemalung ausgerechnet hellblaue Farbe ausgesucht… Nein, das waren die für die Farbgebung des Filmes Verantwortlichen, weil die wissen, dass ein aus Komplementärfarben bestehendes Bild den Zuschauer beeindruckt.

Eine zweite ''Sehenswürdigkeit'' ist die Kameraführung während einer Dialogszene zwischen dem Obersachsen und Arthur. Während Arthur um den Heerführer herumreitet, bleibt der Kopf seines Pferdes stets im linken und der Oberkörper des Sachsen stets im rechten Bilddrittel.

Logisch ist das nicht; wer würde schon gern wollen, dass der Todfeind um einen herumreitet, während man selbst auf eigenen Beinen steht? Eben.

Aber die Optik, Mann, die Optik! Der Hintergrund, der sich bewegt, während der Vordergrund scheinbar statisch bleibt… Das sieht einfach klasse aus.

Und noch was: Es gibt kein Gesetz, das Filmemachern vorschreibt, historische Genauigkeit wichtiger zu nehmen als Effekthascherei.

War Merlin Zauberer oder 'nur' der Anführer einer Truppe Guerilleros? War Guinevere tatsächlich eine amazonengleiche Bogenschützin mit weggeschnürten Brüsten? Wer kann das schon zweifelsfrei sagen? Ich jedenfalls nicht.

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