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Peter Duffell (1970)

Totentanz der Vampire

The House That Dripped Blood

Vorhersehbarer Amicus-Episodengrusler, dessen Erzähl(un)logik jedoch in manch einem Zuschauerhirn unaufhaltbare Gedankenlawinen loszutreten vermag. (Mehr dazu weiter unten.)

Totentanz der Vampire entstand nach einem Drehbuch von Robert Bloch und seine Episoden wurden von Michael Dress mit einem recht nervtötenden Score untermalt.

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Framework Story - Rahmenhandlung

Darsteller:
John Bennett (Holloway)
John Bryans (Stoker)
John Malcolm (Police Sergeant)

Der berühmte Schauspieler Paul Henderson ist spurlos verschwunden; nun ist Detective Inspector Holloway auf der Suche nach dem Vermissten. Holloways einzige Spur ist die Villa, in die sich Henderson eingemietet hatte, um dem Set seines aktuellen Filmprojektes möglichste nahe zu sein.

Weder der örtliche Polizeichef, noch der Vermieter selbst wissen genau, wo Henderson abgeblieben sein könnte. Aber sie sind sich darin einig, dass das Verschwinden Hendersons direkt mit dessen Wohnsitzwahl zusammenhängt.

Natürlich nimmt ihnen der Inspector diese Erklärung nicht ab; schließlich ist das da draußen doch nur ein Haus. Also versuchen die beiden, ihn mit 'wahren Geschichten' über frühere Opfer des Anwesens zu überzeugen.

Aber auch das gelingt ihnen nicht. Entnervt durch ihre Stories durchsucht Holloway die Villa auf eigene Faust. Allein. Nachts. Und findet Henderson.

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First Story: Method For Murder

DarstellerInnen:
Denholm Elliott (Charles)
Joanna Dunham (Alice)
Tom Adams (Dominick)
Robert Lang (Psychiatrist)

Die Figur eines Schriftstellers treibt ihr Unwesen plötzlich auch in der realen Welt. Oder etwa doch nicht?

Zu Anfang dachte ich zwar an Shining, tatsächlich jedoch ist diese Episode eine Variation der Grundidee aus Wiegenlied für eine Leiche mit einem Twist ins wirkliche Horrorgenre.

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Second Story: Waxworks

Darsteller:
Peter Cushing (Philip)
Joss Ackland (Rogers)
Wolfe Morris (Waxworks Proprietor)

Das örtliche Wachsmuseum (bzw. Gruselkabinett) heißt "Jaquelin's House of Horror" und die dortige Hauptattraktion bringt Männer um Kopf und Kragen.

Nichts Neues im Wachsmuseum, aber wenigstens spielt Peter Cushing mit. In dieser Episode gibt es die optisch herausragendste Szene des ganzen Filmes zu bewundern: Eine weitwinklig gefilmte Traumsequenz in knalligen Farben.

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Third Story: Sweets to the Sweet

DarstellerInnen:
Christopher Lee (Reid)
Nyree Dawn Porter (Ann)
Chloe Franks (Jane)

Die kleine Jane liest in ihrer reichlich vorhandenen Freizeit definitiv die falschen Bücher.

Na ja, ich weiß nicht… Irgendwie fand ich die entsprechende Episode in Irrgarten des Schreckens (Asylum, 1972) besser. Was wohl am Regisseur liegt, denn Peter Duffell ist nicht Roy Ward Baker.

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Fourth Story: The Cloak

DarstellerInnen:
Jon Pertwee (Paul Henderson)
Ingrid Pitt (Carla)
Geoffrey Bayldon (Theo von Hartmann)

Henderson ärgert sich über die Zustände auf dem Filmset. Nicht einmal der Umhang, den er als 'Vampir' auftragen soll, wirkt glaubwürdig. Darum kauft er beim Antiquitätenhändler Von Hartmann einen gebrauchten Umhang. Mit voraussehbaren Konsequenzen.

Die laue Story wird durch die lausige Umsetzung ihres Showdowns noch übertroffen, denn der führt vor, was (der Filmfigur) Henderson an 'modernen' Horrorstreifen missfiel: Die offensichtliche Fakeness aller Szenenbestandteile.

Ingrid Pitt offenbart sich als Fehlgriff, Carlas 'Vampirflug' sieht ungelenk aus und dank des epileptisch zuckenden Fledermausschattens hat die Auflösung keine Schockwirkung, sondern einen Lacherfolg.

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Wenn es nur die Episoden gäbe und keine 'erklärende' Rahmenhandlung, dann würde der Film funktionieren.

So hingegen ist es ein Ding der Unmöglichkeit, dass Stoker und der Police Sergeant dem ermittelnden Beamten haarklein vom Schicksal der Vormieter berichten können. Denn diese enden allesamt in Blut und Verderben und ohne (glaubwürdige) Zeugen.

Diese Logiklücke wiederum kann jeder schließen, der genau auf die Szenenstruktur achtet.

Holloway nähert sich nämlich bereits vor den Befragungen dem Grundstück und wird bereits zu diesem Zeitpunkt beeinflusst. Die nachfolgenden Geschehnisse und Erzählungen entsprechen vielleicht also 'nur' seinen in die Realität gesickerten Befürchtungen und Gedankenfetzen.

Wobei da natürlich sofort die nächste Frage auftaucht: Ist Holloway selbst ebenfalls eine erdachte Figur? Es könnte ja sein, dass er ein Hendersons Verstand entsprungenes Geschöpf ist.

Mal abgesehen von der Möglichkeit, dass ebensogut Stoker oder der Sergeant unter Umständen…

Und so weiter, bis schlussendlich der Zuschauer höchstpersönlich in Verdacht gerät, sich Totentanz der Vampire eingebildet zu haben.

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Übrigens #1: Rosafarbene Herrenoberbekleidung sollte eigentlich ein großes Tabu in Horrorfilmen sein; hier begegnet sie uns in (fast?) jeder Episode.

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Übrigens #2: Die Rahmenhandlung endet mit einem Schlusswort, das vom Besitzer des verstandverwirrenden Grundstücks direkt in die Kamera gesprochen wird.

An alle Filmemacher da draußen: So etwas ist nicht gruselig! Bitte nicht nachahmen!

Außer natürlich, ihr könnt dank eines Zeitrisses diesen Artikel lesen, heißt Ed Wood, und kennt einen gewissen Criswell.

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