Willscheck.de
 — 

RSS-Feed | Startseite | Filme | Bücher | Sachbücher | Zugaben | Weblog | Kontakt & Impressum | Willscheck @ Booklooker

 

James Whale (1931)

Frankenstein

Aus frisch Beerdigten und Gehenkten hat Dr. Henry Frankenstein (Colin Clive) ein Geschöpf (Boris Karloff) zusammengesetzt, mit dem er beweisen will: Er kann Leben aus toter Materie erschaffen.

Weder seine Verlobte Elizabeth (Mae Clark) noch sein Vater (Frederick Kerr) können ihn von dieser, wie sie meinen, verrückten Idee abbringen.

-

Frankenstein ist ein oft fälschlich dem Horrorgenre zugeordneter Science-Fiction-Film, dessen Grundidee viele Autoren beeinflusst hat.

Er etablierte den ohne Skrupel forschenden mad scientist als feste Größe in SF- und Horrorgeschichten und zog zahllose Remakes, Hommagen und Neuinterpretationen (etwa Techno-Thriller Marke Jurassic Park) nach sich.

Aber auch er hat seine Vorgänger, von der Buchvorlage einmal ganz abgesehen; Parallelen zu Der Golem, wie er in die Welt kam und Das Cabinett des Dr. Caligari (beide 1920) sind sicher kein Zufall.

Während das Geschöpf dem Golem ähnelt, steckt ein wenig vom verrückten Wissenschaftler Caligari in Dr. Henry Frankenstein. Und viele Szenenbilder, etwa der Treppenaufgang des Turmes, erinnern ebenfalls an den deutschen Film der Zwanzigerjahre.

Anmerkungen:

Der Film basiert auf dem Roman von Mary Shelley (Frankenstein) und einem Theaterstück von Peggy Webling. Doch mit dem Roman hat die Verfilmung nur noch wenige Elemente gemein.

In den credits wird, aus heutiger Sicht klarer Fall von Sexismus, als Autorin der Romanvorlage »Mrs. Percy B. Shelley« angegeben! Mary Shelley war also trotz ihres Bekanntheitsgrades nur die Frau des Mannes der Autorin.

Noch so eine Seltsamkeit ist der Name der Hauptrolle. Aus Henry wird nämlich in der deutschen Fassung Herbert… Was übrigens auch Sinn ergibt. Schließlich spielt Frankenstein in Deutschland.

Ach ja… Wenn man genau hinhört, merkt man, dass die Geräuschkulissen (und später auch das Hundegebell) nicht mehr sind als einige nur wenige Sekunden lange loops.

Spoilerdurchsetzte Nachgedanken*:

[*…, die mir kamen, weil ich nicht um die herauszensierten Einstellungen wusste, die zeigen, dass die Kreatur das Mädchen tatsächlich 'nur' aus Unwissen um physikalische Gesetze ins Wasser warf.]

Einige Grausamkeiten geschehen ausserhalb des Gezeigten, was natürlich jeder Art der Interpretation Tür und Tor öffnet. So wird nie gezeigt oder ausgesprochen, woran die kleine Maria (Marilyn Harris) wirklich starb.

Scheinbar ist sie ertrunken, doch ihr Vater weiß, dass sie ermordet wurde. Woher er dies jedoch wissen kann, erfährt der Zuschauer nicht.

Die Szene aber, in der Maria mit dem Geschöpf spielt, deutet an, was wirklich geschah… Deutet an, dass das Mädchen vergewaltigt wurde! Diese Interpretation füllt die scheinbare Handlungslücke (das Wissen des Vaters um die Todesursache) mit grausigen Fakten.

Fast zur Gewissheit wird diese Annahme später im Film: Als Henry und einige Verwandten Elizabeths Schreie hören und zu ihr eilen, ist das Geschöpf bereits vom Tatort verschwunden. Die junge Braut jedoch liegt weinend auf dem Bett und ist so fertig, dass ein Arzt gerufen wird.

Erst dieses schockierende Ereignis rüttelt Henrys Verstand wach. Und er bläst zur Jagd nach dem Geschöpf, das aus Rache bereits seinen Gehilfen und (anscheinend) aus Unwissenheit ein kleines Mädchen ermordet hat.

Frankenstein bei Amazon bestellen.

Suche nach Titel

Amazon.de
Amazon.co.uk
Amazon.com


… RegisseurIn

Amazon.de
Amazon.co.uk
Amazon.com

 
auf Willscheck.de
außerhalb

RSS-Feed | Startseite | Filme | Bücher | Sachbücher | Zugaben | Weblog | Kontakt & Impressum | Willscheck @ Booklooker