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Rob Bowman (2005)

Elektra

Die Martial-Arts-Auftragskillerin Elektra (Jennifer Garner) bricht nicht nur ihren Auftrag ab, sie rettet die Zielpersonen sogar vor den replacement killers. Nun sind auch ihr die Schergen des Syndikates Die Hand auf den Fersen.

Lahmer Reissbrett-Film, basierend auf einer Comicfigur von Frank Miller. Mit Goran Visnjic, Kirsten Prout, Natassia Malthe und Terence Stamp.

Ich hatte zu jedem Zeitpunkt das Gefühl, Story und Figuren zu kennen. Und oft konnte ich lange vorher wichtige Wendungen vorhersehen. Wenigstens hielten mich die albernen Namen und anderer Unfug wach.

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Es gehört zum guten Ton, am Anfang jedes solchen Verrisses darauf hinzuweisen, dass ich die zugrundeliegenden Comics nicht kenne. Bisher weiss ich kaum mehr, als dass Elektra ein spin-off von Daredevil ist.

Elektra konzentriert sich mehr aufs (klischeebeladene) Seelenleben der Heldin und die vorhersehbare Lehrerin-Schülerin-Beziehung zu einem Mädchen als auf die Action. Laaange Dialoge, die von Kämpfen unterbrochen werden.

Die Kampfszenen wiederum sind kurz, lahm und gestohlen; hauptsächlich aus Hero und Tiger and Dragon, sinnlose Zeitlupe inklusive. Die Gegner tauchen insgesamt kaum zehn Minuten auf. Und sterben sogleich schnelle, unmotivierte Tode.

Schon die Namen der Nebenfiguren sind einfach Grundschule. Ein Typ heisst Tattoo, weil er tätowiert ist. Ein anderer heisst Stone, weil an seinem Körper Waffen wirkungslos abprallen. Und Elektras weiser Mentor heisst Stick, weil ein Stab (bzw. Billard-Queue) seine Waffe ist. -- Elektra hat also Glück, dass ihre Eltern sie nicht "diese Dinger, die man von den Turtles kennt" genannt haben, haha.

Stick sondert gequirlten Spaß im Sekundentakt ab, Marke »Schließ deine Augen, damit du sehen kannst«. Die Autoren haben wohl versucht, die Weisheit zahlloser asiatischer Kung-fu-Mentoren in einen weissen Rentner zu quetschen. Tss, Fehlschlag.

Die Hand besteht aus japanischen Gechäftsmännern und chändlichen Churken, die, nun ja…

Jemand auf imdb beschrieb diese Schlägertruppe so:

Überhaupt ist dieses Multi-Kulti-Ding sinnlos, unglaubwürdig und erinnert an Konsolenspiele wie Streetfighter oder Tekken: Falls dem Zuschauer überhaupt Infos gegeben werden, dann nur die 'wichtigsten'. Wobei ja gerade Nebensächlichkeiten die Figur zum Charakter abrunden.

Ob das Comic besser ist, keine Ahnung. Aber Elektra ist die beste Kur von 08/15-Blockbustern, die man für Geld kaufen kann!

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Rob Bowman und Ang Lee (Hulk) haben das gleiche Problem: Sie wollen Action drehen, sind aber Dialogfilmer. Was nicht schlecht ist, aber einfach keinen Sinn ergibt. Schließlich werfen sie ihr wahres Talent zum Fenster raus und dazu noch das Geld der Auftraggeber.

Hätte ein Renny Harlin den Film retten können? -- Nö! Wegen dem dünnen Skript. Aber warum lässt man nicht Profis die Arbeit von Profis tun? Und warum lernen die Firmen nichts aus Fehlern?

Das gleiche gilt für die Stars: Welche Stars? Jennifer Garner? Also kommt schon! Und tut mir leid, das zu sagen: Sie kann hübsch sein, aber in manchen Szenen hatte sie ungefähr soviel Ähnlichkeit mit einer sexy Profikillerin wie der Transvestit aus Tokyo Godfathers.

Famke Jannssen wäre cool, Jennifer Connelly oder vielleicht auch eine asiatische Kampfsportlerin (was mehr Sinn ergeben würde im Rahmen der Handlung). Aber auf jeden Fall eine Frau mit Mimik.

Ach ja:

Eine weitere Parallele zu Ang Lees "Action"filmen: Im Trailer zu Elektra wurden nicht nur die besten, sondern ALLE Actionszenen gezeigt!

Nach dem Film ist vor dem Film:

Es gab nur eine Möglichkeit, die Verwirrung über die Belanglosigkeit von Elektra aus unseren Hirnen zu exorzieren: Einen guten Film schauen!

Also sind wir vom UFA Palast zur Schauburg (Dresden) gefahren und haben den Thriller Silentium geschaut:
Ein runder Film mit interessanten Figuren und genau der richtigen Mischung aus Spannung, Humor, Glaubwürdigkeit und Gesellschaftskritik, die man bei jedem Kinofilm erwarten sollte.

Während Elektra wie ein ewiger erster Akt wirkt (nur Setup, keine echte Auflösung), fesselt Silentium den Zuschauer sofort und bindet ihn nicht mehr los.

Also, Leute: Weniger Hype-Schrott schauen und mehr 'kleine' Filme!

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