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René Laloux (1973)

Der Phantastische Planet

La Planète sauvage

Auf der Erde zeugen nur noch Ruinen von menschlicher Zivilisation. Die letzten Menschen leben als Haustiere (oder aber Ungeziefer) im Schatten einer Rasse von meditierenden Giganten.

Einer hat in seiner Zeit als 'Haustiermensch' viele nützliche Dinge gelernt, durch die er zum Anführer einer Revolution gegen die Herrscher des Planeten aufsteigt.

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Der Unterschied zu 'typischen' Zeichentrickfilmen: Die tschechoslovakisch-französische Coproduktion (nach einem Roman von Stefan Wul) zeigt den Alltag der winzigen Menschheit in oft brutalen Bildern.

Ebenso ein Pluspunkt: Der Zeichenstil. Man weiß nie genau, was gleich passiert, denn bewegliche Dinge unterscheiden sich stilistisch nicht vom Rest der gezeigten Objekte.

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Leider gelingt es René Laloux nur in wenigen Szenen, die Handlung in Gang zu bringen. Allzu klar ist die Botschaft, allzu vorhersehbar die Geschichte.

Nie wird so ganz deutlich, warum die Giganten überhaupt Angst haben vor den noch nicht einmal fingerlangen Kreaturen.

In einem der zahlreichen Hä?!-Momente tötet eine Horde Menschen einen der Giganten, obwohl er (und sein Kollege) die Angreifer in einer normal denkenden Welt zweifellos binnen Sekunden zertrampelt hätte.

Die sich durch den ganzen Film ziehende Aussage »Gemeinsam bringt man selbst den stärksten Feind zur Strecke!« wirkt mit derart personifizierten Gegnern einfach nur lächerlich.

Was bleibt, sind knapp 72 Minuten Animationen im Stil von Terry Gilliams Einspielern für Monty Python's Flying Circus, jedoch leider ohne den geringsten Hauch von Humor… Witzlosigkeit ist schon bei Realfilmen kaum zu ertragen, aber für Trickfilme der sichere Todesstoß. (Selbst Fist of the North Star hat entspannt-lustige Momente.)

Diese Probleme, sowie die flachen 'Charaktere', sind schuld daran, dass nicht etwa der Film als Gesamtkunstwerk beeindruckt, sondern höchstens die (nur selten für die Handlung wichtigen) absurden Ungeheuer und Pflanzen.

Der wilde Planet ist zu erwachsen für einen Kinderfilm, aber zu simpel für älteres Publikum.

Anmerkung:

Einige Kritiker wiesen zu Recht auf die Parallelen dieses Filmes zum Millionen-Dollar-Flop Battlefield Earth sowie auf die Welt der Matrix-Trilogie hin:

Die Menschen werden von den Herrschern nur geduldet. Sie leben wie Ratten in einer Welt voller grotesker Gefahren ODER sind den Herrschern (als Spielzeug bzw. Energiequelle) hilflos ausgeliefert.

In allen drei Filmen erlangen die 'Menschentiere' (dieser Ausdruck könnte von Hubbard stammen) ihr Wissen durch direkt ins Hirn eingespeiste Informationen; und zwar aus Quellen, die sonst nur den Herrschenden vorbehalten sind.

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