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Richard T. Chizmar (1994)

The Earth Strikes Back

Früher wäre es in einem so betitelten Buch sicherlich um den Kampf der Erdbewohner gegen eine skrupellose außerirdische Übermacht gegangen.

Früher, als der Mensch noch als Krone der Schöpfung galt, der sich die Erde bereits untertan gemacht hat. Oder zumindest als intelligentes Lebewesen, dessen kriegerische Kleinstaaterei nur ein Zwischenschritt hin zur greifbar nahen globalen Utopie ist.

Früher, als das Wort Weltuntergang noch gleichbedeutend war mit Ausrottung der Menschheit. Früher, als… Nun ja, irgendwann vor etlichen Jahren jedenfalls.

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Inzwischen wissen wir: Der wahre Feind der Erde/Umwelt ist der Mensch selbst, und wenn die Erde zurückschlägt, dann nicht mit Atomwaffen, sondern durch menschenfeindliche Umwelt- und Genomveränderungen.

Der Knackpunkt dabei ist, dass 'ihr' der Mensch dabei hilft. Schließlich hat jede Aktion eine Reaktion zur Folge und wenn man an ökologischen Faktoren dreht, sind störende Rückkopplungen keine Seltenheit.

So verwundert es auch nicht, wenn die meisten im Buch geschilderten Visionen solcher Gegenschläge klassische Eigentore mit Hang zur Glaubwürdigkeit sind und keine New-Age-Fantastereien um Gaia und Captain Planet.

Obwohl… Das mit dem Hang zur Glaubwürdigkeit sollte dann doch jeder Leser für sich entscheiden.

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Wie bereits erwähnt haben nur wenige AutorInnen den Buchtitel wortwörtlich umgesetzt. Doch die übrigen schüren zumindest Ängste um außer Kontrolle geratene Gefahrstoffe und bedienen sich auch sonst des popkulturellen Halbwissens der Leser.

Denn schließlich 'weiß' man ja, dass Staaten und Unternehmen an Verschwörungen beteiligt sind; Lecks, Havarien, Experimente und die Folgen von abwiegelnden Firmenbossen kleingeredet werden; Zeugen krasser Umweltsünden auf taube Ohren stoßen oder 'Unfällen' zum Opfer fallen …

Nichts Neues also. Nur die altbekannten Verschwörungstheorien, übertragen auf Umweltprobleme. Der Leser findet schnell Bestätigung für den Spruch "Jeder hat seine 'SIE'."

Ärgert mich das? Stößt das mir negativ auf? Ganz im Gegenteil!

Nur, weil man paranoid ist, heißt das noch lange nicht, dass "SIE" nicht doch Umweltsünden vertuschen und für den schnellen Dollar Erbgutschäden beim Konsumenten in Kauf nehmen.

Beispielsweise habe ich irgendwo mal aufgeschnappt, dass Kunststoff Krebs verursacht, eine Enthüllung dieses Untersuchungsergebnisses jedoch vermieden wird, um den Zusammenbruch der Weltwirtschaft (und Massenpaniken) zu verhindern.

Das klingt weit hergeholt? Mag sein. Doch dieser Einwand allein entkräftet die Theorie keineswegs; das könnten nur wahrhaft unabhängige Untersuchungen.

Ab hier könnte ich noch lang und breit über die Ähnlichkeit religiösen Glaubens und paranoider Theorien palavern, aber dafür müsste ich noch weiter off topic gehen, lass es darum bleiben und beende die Buchbesprechung wie immer mit dem Inhaltsverzeichnis…

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